• Margit Göll
  • Bernhard Ebner

VPNÖ Ebner/Göll: Wer gegen Deutschklassen ist, steht der Zukunft aller Kinder im Weg

„Warum wir Deutschklassen brauchen und warum Deutschklassen erfolgreich im Sinne aller sind, zeigen die Fakten: Insgesamt weist NÖ einen Ausländeranteil von 9,7 % aus – bundesweit sind es 15,3 %. Die Zahl der Einwohner mit Migrationshintergrund liegt in NÖ bei 14,9 % - bundesweit bei 22,1 %. Dementsprechend gibt es eine hohe Zahl an Schülerinnen und Schülern, die nicht Deutsch als Umgangssprache haben - in NÖ verzeichnen wir den zweitniedrigsten Wert mit 15 % - bundesweit ist für jeden 4. Schüler Deutsch eine Fremdsprache.

 

5,5 % aller Volksschulkinder in NÖ werden als „außerordentliche Schüler“ geführt, weil sie nicht ausreichend Deutsch können – bundesweit gilt das für fast jeden 10. Schüler. Aber auch Kinder ohne Migrationshintergrund haben Deutsch-Defizite. Im Rahmen einer bifie-Studie haben 14 % aller NÖ Schülerinnen und Schüler der 8. Schulstufe die Lese-Standards nicht erreicht, bundesweit 17 % - ein Drittel hatte keinen Migrationshintergrund“, so Ebner.

 

Obwohl insgesamt die Zahlen aus NÖ zu den besten zählen – was u.a. auch am NÖ Arbeitsmarkt ersichtlich ist, wo der Unterschied der Arbeitslosenquote zwischen In- und Ausländern mit 1,8 %-Punkten am niedrigsten ist – hat NÖ als erstes Bundesland eine Deutschklassen-Offensive gestartet. Dabei wurde das erfolgreiche Projekt aus Wr. Neustadt auf ganz NÖ übertragen. Seit Februar sind 60 neue und zusätzliche Pädagoginnen aktiv, die insgesamt rund 2.100 Schülerinnen und Schüler gezielt Deutsch lehren.

 

„Ich fordere alle Parteien eindringlich auf, keine Parteipolitik auf dem Rücken von Schulkindern zu betreiben, alle können sich konstruktiv einbringen. Aber klar ist, wer gegen Deutschklassen ist, steht der Zukunft aller Kinder im Weg“, betont der Landesgeschäftsführer. Dabei verweist Ebner auf Aussagen von SPÖ-Hammerschmid, die Befürchtungen Wiens teile und vor drohendem Chaos warne. „Gerade als angebliche NÖ Spitzenkandidatin bei der Nationalratswahl müsste sie NÖ Interessen vertreten, anstatt Phrasen der SPÖ Wien nachzubeten. Denn bei allen Zahlen sticht ein Bundesland hervor, nämlich Wien. (Anteil ausländischer Staatsbürger 28,6 % - Anteil Einwohner mit Migrationshintergrund 42,8 % - Anteil Schüler mit anderer Umgangssprache als Deutsch 50 % - Anteil an Volksschulkindern die nicht ausreichend Deutsch sprechen 17,5 % - Anteil von SchülerInnen der 8. Schulstufe, die die Lesestandards nicht erreicht haben 24 % - Unterschied bei der Arbeitslosenquote zwischen In- und Ausländern 7,5 %-Punkte). Es kann also nicht sein, dass das Wien-Modell für bundesweite Regelungen steht, wobei wir aber davon ausgehen, dass der neue Wiener Bürgermeister die Situation erkennt und eine Kursänderung herbeiführt“, so Ebner.

 

VPNÖ-Bildungssprecherin LAbg. Margit Göll: „Wer heute mit Lehrerinnen und Lehrern spricht, wer heute sogenannte Brennpunkt-Schulen besucht, der weiß, vielerorts geht es nicht mehr um Unterricht und Wissensvermittlung, sondern um Erziehung und Betreuung. Gerade am Beginn der Schule müssen Lehrerinnen und Lehrer ihre Energie und Zeit in Sprachvermittlung und Wertevermittlung investieren. Der Unterricht für jene Kinder, die Deutsch beherrschen und unsere Umgangsformen kennen, bleibt auf der Strecke. Diese Situation ist untragbar für Lehrer, Kinder und Eltern“. Göll verweist dabei auf Fakten: „An 60 % aller NÖ Schulen gibt es „außerordentliche Schülerinnen und Schüler“. An jeder 4. NÖ Volksschule gibt es mehr als fünf „außerordentliche Schülerinnen und Schüler“. Jede 20. NÖ Schule gilt als sogenannte Brennpunkt-Schule, also als Schule, an der besonders hohe soziale Benachteiligungen existieren“.

 

„Aber: Bei uns in NÖ wird kein einziges Kind abgeschrieben - wir wollen keine verlorene Generation. Bei uns wird auch keine Schule abgeschrieben - wir wollen die beste Bildung für alle. Bei uns werden die Lehrer nicht alleine gelassen - wir wollen motivierte Lehrer für die beste Wissensvermittlung. Deutschklassen sind eine Win-Win Situation: Sie helfen gezielt Kindern mit Deutsch-Defiziten. Sie garantieren Kindern, die Deutsch sprechen, anständigen Unterricht. Und als Zusatzeffekt finden 60 neue Junglehrer eine Anstellung. In unseren Pilotklassen haben wir bereits nach wenigen Monaten eine Verbesserung der Sprachkompetenz um 70 % feststellen können. Derzeit läuft eine spezielle Ausbildung für die Lehrerinnen und Lehrer. Demnächst erfolgt die Evaluierung der Deutschklassen-Offensive, Anfang Juni werden die Ergebnisse ausgewertet sein“, betont die Bildungssprecherin.

 

Zu den derzeitigen Gesprächen mit dem Bund hält Göll fest: „Es werden derzeit sehr konstruktive und positive Gespräche geführt, wie ab dem kommenden Schuljahr das neue Bundesmodell von BM Heinz Faßmann und das bestehende NÖ-Modell zusammenfließen werden. Parallel dazu wird auch der Bedarf für das kommende Schuljahr erhoben. Sie sehen, wir in NÖ waren Vorreiter und Vorbild - und wir in NÖ arbeiten konstruktiv mit dem Bund am nächsten Schritt“.

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