Mandl/Maier: „Jemand, der uns Atommüll vor die Haustüre legen möchte, darf uns nicht einfach ignorieren“

„Potentielle Standorte betreffen uns unmittelbar“

„Der Bezirk Horn hat sich klar gegen Atom-Energie und klar gegen Atommüll ausgesprochen. Anders ist jedoch die Lage in unserem unmittelbaren Nachbarland Tschechien, das sich immer noch zur Atom-Energie bekennt. In den nächsten 20 Jahren soll der Atom-Anteil von 33 Prozent auf 50 Prozent steigen. Damit erhöhen sich auch die Mengen an hochradioaktiven Abfällen und Brenn-Elementen und dafür möchte Tschechien ein Endlager unmittelbar vor unserer Haustüre bauen – für ein Endlager kommt beispielsweise auch der 20 km entfernte Standort ‚Cihadlo‘ in Frage. Wer jemanden Atommüll vor die Haustüre legen möchte, darf uns nicht einfach ignorieren. Für das Endlager gibt es momentan neun potentielle Standorte davon betrifft uns ein Großteil direkt und unmittelbar“, so Europasprecher im NÖ Landtag Jürgen Maier und ergänzt: „Wer einer unmittelbaren Gefahr ausgesetzt wird, muss in der Entscheidungsfindung unmittelbar berücksichtigt werden. Und genau dafür braucht es die Europäische Union und einen starken NÖ-Vertreter mehr denn je. Denn wir brauchen die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene, um verantwortungsbewusste und vernünftige Lösungen erarbeiten zu können.“

Atommüll als jahrtausendlanges Sicherheits- und Gesundheitsrisiko

„Die Atom-Frage ist aktueller denn je und das auch in Niederösterreich. Denn das geplante Atommüll-Endlager, direkt an unserer Grenze, betrifft uns nicht nur heute, sondern vor allem auch die nächsten Generationen. Die Altlasten überdauern tausende Jahre und sind ein Gesundheits- und Sicherheitsrisiko. Wer Atommüll lagert, kann die Sicherheit nie vollkommen gewährleisten, denn – weder in Europa, noch weltweit –gibt es 100 Prozent sicheren Atommüll. Die Risiken reichen von Naturkatastrophen bis zu menschlichen Einflüssen. Der Atommüll gefährdet Generationen und Europa ist ein Generationenprojekt. Daher ist es eine wesentliche Aufgabe der Europäischen Union, sich der Atom-Frage zu stellen, Antworten finden und Klarheit zu schaffen. In Niederösterreich gehen wir einen Pionierweg für sauberen Strom, denn seit dem Jahr 2015 produzieren wir 100 Prozent unseres Strombedarfs aus erneuerbaren Energien – diesen Weg muss ganz Europa einschlagen. Aber der Fall Tschechien zeigt, dass es auch andere Tendenzen gibt. Und Niederösterreich liegt hier mitten in der Gefahrenzone. Daher fordere ich den europaweiten Ausstieg aus der Atomenergie. Eine unendliche Gefahr, der wir ein schnelles Ende setzen müssen“, betont Europa-Abgeordneter und NÖ-Spitzenkandidat Lukas Mandl.

Mehr Mitbestimmung und Informationen für Anrainer

„Ganz nach meinem Motto ‚Mehr blau-gelb in Europa‘ möchte ich mich für mehr Niederösterreich im Europäischen Parlament einsetzen. Fest steht, dass die Sorgen unserer Landsleute, was das Atommüll-Endlager in Tschechien betrifft, berechtigt sind. Ab 2065 soll mit der Einlagerung des Atommülls begonnen werden. Die geplanten Schritte Tschechiens zeigen, dass mit dem kommenden Jahr die Standort-Frage konkretisiert werden soll. Viele Fragen bleiben diesbezüglich einfach unzureichend beantwortet und sind mehr als skeptisch zu betrachten. Ein Beispiel: Erst kürzlich, Ende Jänner, hat die tschechische Behörde für nukleare Abfallentsorgung bekanntgegeben, dass für die möglichen Standorte eines Endlagers nur Archivdaten und Oberflächendaten zur Verfügung stehen. Der tschechische Atommüll an der Grenze zu Niederösterreich soll aber in der Tiefe gelagert werden. Ich fordere daher mehr und bessere Informationen über alle Entwicklungen und Entscheidungen und mehr Mitbestimmung was die Anrainer vor Ort betrifft und vor allem mehr Sicherheitsvorgaben. Dazu habe ich bereits eine parlamentarische Anfrage an die Europäische Kommission gestellt. Die ersten Schritte haben wir setzen können, jetzt geht es darum, Ergebnisse zu schaffen“, so Mandl.

Zurück