Land Niederösterreich ist mit grenzüberschreitender Zusammenarbeit Vorzeigeregion für Weltgesundheitsorganisation

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"Die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung hat bei uns in Niederösterreich einen ganz hohen Stellenwert", betonte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner heute, Freitag, im Rahmen einer Pressekonferenz mit Landesrat Ludwig Schleritzko und Francesco Zambon, WHO-Regionalleiter für Vernetzung in Europa, anlässlich der Auszeichnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Niederösterreichs als Vorzeigeregion und des Besuchs einer WHO-Delegation in Niederösterreich.

Niederösterreich sei das einzige Bundesland mit einer langfristigen Strategie in der grenzüberschreitenden Gesundheitsarbeit und das erste Bundesland, das von der WHO als Vorzeigeregion besucht werde, betonte Landeshauptfrau Mikl-Leitner, dass  das für Niederösterreich "eine ganz besondere Auszeichnung“ und zugleich „ein wunderbares Zeichen der Innovationskraft unserer Region“ und „Kompliment als Vorzeigeregion anerkannt zu werden" sei. Zum ersten Mal sei eine WHO-Delegation in Österreich zu Gast und zwar mit 21 Teilnehmern aus zwölf verschiedenen Regionen – von Italien über Tschechien und Bulgarien bis hin zu Litauen, San Marino und Turkmenistan – um sich über Niederösterreichs Vorzeigeprojekte zu informieren.

Niederösterreich seit vielen Jahren in der grenzüberschreitenden Arbeit engagiert

Seit vielen Jahren sei Niederösterreich in der grenzüberschreitenden Arbeit "unglaublich engagiert" und mittlerweile zeigten sich auch die Erfolge am Landesklinikum Gmünd und am Landesklinikum Melk – „zwei Projekte, wo wir intensiv grenzüberschreitend mit unseren Nachbarn zusammenarbeiten“, führte Mikl-Leitner aus, dass im Landesklinikum Gmünd seit 2008 über 4.000 tschechische Patientinnen und Patienten aus der Grenzregion ambulant versorgt worden seien. "Das ist nicht nur ein wesentlicher Vorteil für die Patientinnen und Patienten, dass sie wohnortnahe versorgt werden können, das heißt auch Wertschöpfung für Niederösterreich und Sicherung von Arbeitsplätzen in Niederösterreich", betonte die Landeshauptfrau, dass das auch positive Auswirkungen auf die Auslastung und Kosten in den Kliniken durch gemeinsame Nutzung der Ressourcen habe.

Enge Zusammenarbeit macht Erfolge möglich

"Das Landesklinikum Melk wiederum arbeitet im Bereich Endometriose sehr eng mit dem Krankenhaus in Znaim zusammen", führte Mikl-Leitner aus, dass Endometriose eine chronische Erkrankung von Frauen sei, bei der die Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle vorkomme, das sehr schmerzhaft sei und zu Unfruchtbarkeit führen könne. Das Krankenhaus Znaim habe viel Erfahrung in diesem Bereich, man habe sich sehr viel an Expertise von dort geholt und einen Schwerpunkt in der Behandlung von Edometriose in Melk gesetzt. "Auch hier können wir eine positive Bilanz aufzeigen: Mittlerweile konnte am Landesklinikum Melk 80 Patientinnen geholfen werden und, was ganz erfreulich ist, dass wir fünf Patientinnen den Kinderwunsch erfüllen konnten", so Mikl-Leitner.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeiten kann Einiges bewirken

"Diese Beispiele zeigen, was grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich bewirken kann", führte die Landeshauptfrau aus, dass Niederösterreich nicht nur aus ihrer Sicht, sondern auch aus der Sicht der WHO "nicht nur Impulsgeber für ganz Österreich, sondern auch für Grenzregionen in vielen anderen Ländern" sei. "Unser Ziel muss es langfristig sein, in ganz Europa vermehrt Gesundheitsregionen möglich zu machen. Und hier sind wir Best Practice-Beispiel in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit", so Mikl-Leitner.

Die Vision „Gesundheitsversorgung ohne Grenzen“ sei in Niederösterreich stark mit dem Begriff „Healthacross“ verbunden und daher habe man sich zum Ziel gemacht, alle grenzüberschreitenden Zusammenarbeiten und Kooperationen unter der Trademark „Healthacross“ zusammenführen: „Ein starker Name für eine starke Marke“. „Healthacross“ solle international zeigen, dass Niederösterreich grenzüberschreitende Zusammenarbeit wichtig und eine Vorzeigeregion sei.

Die Landeshauptfrau bedankte sich bei der WHO-Delegation und stellvertretend bei Regionalleiter Zambon, Niederösterreich als Vorzeigeregion ausgewählt zu haben und das Wissen und das Knowhow in die Regionen hinauszutragen. Sie bedankte sich weiters beim NÖ Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS), insbesondere bei Elke Lendl, die mit Herzblut die Gesundheitsmarke „Healthacross“ vorantreibe, und auf politischer Ebene bei Landesrat Schleritzko.

Erfolgreiche Regionalentwicklung im vereinten Europa

"Eine erfolgreiche Regionalentwicklung in einem vereinten Europa lebt in starkem Maße von Kooperationen mit Partnern in den verschiedensten Regionen", betonte Landesrat Schleritzko, dass das auch für den Gesundheitsbereich gelte. "Es ist für uns eine große Auszeichnung, dass die Weltgesundheitsorganisation mit Vertreterinnen und Vertretern aus verschiedensten europäischen Regionen nach Niederösterreich schaut, um von uns zu lernen", sagte Schleritzko, dass er davon überzeugt sei, dass die grenzüberschreitenden Projekte Niederösterreichs auch in anderen europäischen Regionen Schule machen werden. Man verfolge schließlich das gleiche Ziel: "die Gesundheitsversorgung und Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger zu verbessern". Mehr als 1 Million Euro habe man mit dem NÖGUS an EU-Fördermittel lukrieren können, um die Grenzen im Gesundheitswesen weiter zu verringern. "Zahlreiche internationale Auszeichnungen bestätigen unseren Weg", so Schleritzko.

Drei neue Projekte sollen die Vorreiterrolle noch weiter ausbauen

Um die Vorreiterrolle auszubauen, habe man bereits drei neue Projekte in Angriff genommen, informierte der Landesrat, dass man im Landesklinikum Gmünd die Zusammenarbeit mit Südböhmen noch weiter forcieren wolle, das grenzüberschreitende Gesundheitszentrum zwischen Gmünd und České Velenice vor dem Projektstart stehe und Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher erstmalig medizinische Leistungen in einem angrenzenden Land in Anspruch nehmen könnten. Gesundheit ohne Grenzen solle eine Selbstverständlichkeit sein und daher werde man "weiterhin die Grenzbalken im Sinne der Gesundheitsversorgung zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger in Niederösterreich öffnen", so Schleritzko.

In Niederösterreich versucht man Menschen in den Mittelpunkt zu stellen

WHO-Regionalleiter Zambon bedankte sich in seinen Ausführungen für den Besuch und sagte, dass die Delegationsteilnehmer sehr beeindruckt seien. In Niederösterreich versuche man wirklich, den Menschen in das Zentrum des Systems zu stellen. Zambon sprach von einer "Kultur der Zusammenarbeit" („culture of colaboration“), Zusammenarbeit sei in Niederösterreich zur Kultur geworden. Niederösterreich habe mit einem kleinen Projekt begonnen, davon profitiert und expandiere nun. Damit auch andere von den Erfahrungen der Delegation profitieren können, werde man diese in einem Case Study dokumentieren.



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