Spatenstich für Hochwasserschutz und Westspange Seitenstetten

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Am gestrigen Montag nahmen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Straßenbau- Landesrat Ludwig Schleritzko, Bundesminister Andrä Rupprechter und Bürgermeister Johann Spreitzer den Spatenstich für den Hochwasserschutz und die Westspange Seitenstetten im Zuge der Landesstraße L 88 vor. Durch die Maßnahmen werden zukünftig ca. 200 Einwohnerinnen und Einwohner in 60 Gebäuden sowie Gewerbebetriebe, Gemeindeobjekte und infrastrukturelle Einrichtungen vor einem 100-jährlichen Hochwasser des Trefflingbaches geschützt sein.

Gemeinsames Miteinander zwischen Land und Bevölkerung sowie Land, Bund und Gemeinden wichtig

Landeshauptfrau Mikl-Leitner betonte im Gespräch mit Moderator Peter Madlberger, dass ihr das gemeinsame Miteinander zwischen Land und Bevölkerung sowie Land, Bund und Gemeinde wichtig sei. Der Spatenstich für den Hochwasserschutz und die Westspange Seitenstetten sei „ein wunderschönes Beispiel für das Miteinander von Bund, Land und Gemeinde“. Es sei „sehr gut durchdacht“, diese beiden Projekte gleichzeitig abzuwickeln, dadurch könne man „Synergien nutzen“, führte die Landeshauptfrau aus, dass man etwa die Baustelle nur einmal einrichten müsse und dadurch Kosten spare. „Danke an alle, die das vorbereitet haben“, so Mikl-Leitner.

Hochwasserschutz hat immense Bedeutung - bringt mehr Sicherheit für die Bevölkerung

„Hochwasserschutzbauten haben eine immense Bedeutung“, hielt die Landeshauptfrau fest, dass der Grund dafür sei, dass ein Hochwasser „viel Schaden und viel Leid anrichten kann“. Deshalb investiere man gerne in den Hochwasserschutz. Die beiden Projekte in Seitenstetten hätten einen großen Mehrwert, neben der Entlastung des Ortskerns würden sie auch „mehr Sicherheit für die Bevölkerung“ bringen. Mikl-Leitner sprach von einer „optimalen Planung“ und einer „Win-win-Situation“ und bedankte sich bei der Bevölkerung dafür, dass auch diese hinter dem Projekt steht.

8 Mrd. € in den letzten 25 Jahren in Straßenbau

Landesrat Schleritzko sagte, dass die Umfahrungsstraße die Lebensqualität hebe und die Gegend sicherer mache. „In den letzten 25 Jahren haben wir in Niederösterreich 8 Milliarden Euro in den Straßenbau investiert und 20.000 Baulose umgesetzt“, führte Schleritzko aus, dass man bis 2020 weitere 1,3 Milliarden Euro investiere und damit 18.000 Arbeitsplätze sichere.

Enorme Schäden durch Hochwasser in der Vergangenheit

„Verheerende Hochwässer des Trefflingbaches führten in den vergangenen Jahrzehnten in der  Marktgemeinde Seitenstetten zu enormen Schäden. Zum Schutz der Bevölkerung wurden in hervorragender Zusammenarbeit der Gemeinde, des Landes Niederösterreich und des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft gut wirksame Hochwasserschutzmaßnahmen umgesetzt. Mit dem Rückhaltebecken am Trefflingbach südlich des Ortsgebietes wird der Schutz weiter verbessert. Mein Ressort übernimmt bei der Finanzierung des Projektes in etwa die Hälfte der Kosten, das sind 2,9 Millionen Euro. Das ist eine wichtige Investition in einen gut gesicherten, lebenswerten ländlichen Raum“, so Bundesminister Rupprechter. 

Bessere Lebens- und Wohnqualität durch Verkehrsentlastung

Bürgermeister Spreitzer betonte, dass es sich „um einen besonderen Spatenstich handelt“, ohne Verlegung der Landesstraße sei der Bau für das Hochwasserrückhaltebecken nicht möglich. Bereits in den 70er Jahren habe es die Idee einer Umfahrungsstraße gegeben, 2008 habe der erste Teil der Nordumfahrung umgesetzt werden können. Wie alles im Leben habe aber auch eine Umfahrungsstraße zwei Seiten: „Sie sorgt für Verkehrsentlastung und für Lebens- und Wohnqualität. Man darf aber nicht auf die Gewerbetreibenden und Nahversorger vergessen, die auf Kundenfrequenz angewiesen sind“, sagte der Bürgermeister, dass man mit entsprechenden Konzepten daran arbeite. 

Goldene Ehrennadel und Ehrenbürgerschaft für Alt-Bürgermeister Deinhofer

Im Rahmen der Spatenstichfeier überreichte Bürgermeister Spreitzer seinem Vorgänger Alt-Bürgermeister Franz Deinhofer die Goldene Ehrennadel und Ehrenbürgerschaft der Marktgemeinde Seitenstetten: Ohne die Überzeugungsarbeit von Deinhofer, dieses Projekt umzusetzen, könne man heute nicht den Spatenstich feiern. „Ich bin sehr dankbar für die Auszeichnung und für den einstimmigen Beschluss“, so Deinhofer, der sich bei den Grundeigentümern und Gemeindebürgern bedankte, bei dem Projekt mitzutun. Auch Landeshauptfrau Mikl-Leitner betonte, dass Deinhofer „Großartiges geleistet“ habe.

Zwei Fachmänner über technische Informationen des Projektes

Zur technischen Seite der Projekte sprachen der NÖ Straßenbaudirektor Josef Decker und Norbert Knopf, Leiter der Abteilung Wasserbau.

Hochwässer und Überflutungen in der Vergangenheit

In den vergangenen Jahrzehnten (1909, 1959, 2002) sind bei verheerenden Hochwässern des Trefflingbaches große Schäden durch Überflutungen des gesamten Ortszentrums von Seitenstetten eingetreten. Das Hochwasserschutzprojekt besteht aus drei Bauabschnitten, die einen Linearausbau des Trefflingbaches auf einer Länge von rund 1.100 Metern im zentralen Ortsgebiet und die Errichtung eines Hochwasserrückhaltebeckens südlich des Ortes beinhalten. Durch die geplanten Maßnahmen soll die Hochwasserspitze HQ100 des Trefflingbaches von derzeit ca. 55 Kubikmeter pro Sekunde auf rund 30 Kubikmeter pro Sekunde im Ortsgebiet gedämpft werden. 

Technische Informationen zum geplanten Hochwasserrückhaltebecken

Das geplante Hochwasserrückhaltebecken im dritten Bauabschnitt wird etwa einen Kilometer südlich des Ortszentrums von Seitenstetten errichtet und umfasst die Errichtung eines Dammes mit ca. 94.000 Kubikmeter Schüttvolumen und einem Rückhaltevolumen von rund 240.000 Kubikmeter Als notwendige Maßnahme zur Herstellung des Hochwasser-Stauraumes ist die Umlegung der Landesstraße L 88 im Rahmen der geplanten Umfahrung Westspange Seitenstetten vorgesehen. Durch die gleichzeitige Ausführung von Hochwasserschutz- und Straßenbauvorhaben ergeben sich bedeutende Synergieeffekte hinsichtlich Baustelleneinrichtung, Bauablauf und Verfügbarkeit von Erdbaumaterialien für die Dammschüttungen; somit ist gegenüber einer getrennten Ausführung beider Bauvorhaben mit Kosteneinsparungen zu rechnen.

Fertugstellung für Frühjahr 2019 geplant

Die Gesamtfertigstellung der Hochwasserschutzmaßnahmen des dritten Bauabschnittes mit allen Rekultivierungsarbeiten ist im Frühjahr 2019 geplant.

Zur Umfahrung

Durch die neue rund 2,3 Kilometer lange Trasse der Landesstraße L 88 wird im Anschluss an die B 122 Umfahrung Seitenstetten die Marktgemeinde Seitenstetten westlich umfahren und die L 88 aus dem zukünftigen Überflutungsbereich des Hochwasserrückhaltebeckens Trefflingbach herausverlegt. Die Westspange Seitenstetten wird mit niveaugleichen Anbindungen in einer Fahrbahnbreite von 6,5 Meter ausgeführt.

Kosten insgesamt in etwa 10 Mio. Euro

Die Gesamtkosten für den Hochwasserschutz und die Westspange Seitenstetten werden sich auf rund 10 Millionen Euro belaufen. Mit der Verkehrsfreigabe ist voraussichtlich im Spätsommer 2018 zu rechnen.

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