LH Mikl-Leitner präsentiert Studie zu Kunst und Kultur

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Landeshauptfrau Mag. Johanna Mikl-Leitner präsentierte gemeinsam mit Dr. Christian Helmenstein vom Economica-Institut für Wirtschaftsforschung eine neue Studie über die volkswirtschaftlichen Effekte von Kunst und Kultur.

In den letzten 25 Jahren seien in Niederösterreich rund 300 Millionen Euro in die kulturelle Infrastruktur investiert worden, das Kulturbudget habe sich in dieser Zeit von 36 auf 127 Millionen Euro pro Jahr verdreifacht, sagte die Landeshauptfrau eingangs. Mit diesen Investitionen seien viele Werte geschaffen worden, erinnerte sie etwa an Grafenegg, die Kunstmeile Krems und den Kulturbezirk St. Pölten. Die Kulturpolitik der vergangenen 25 Jahre habe zu sehr guten Ergebnissen geführt, betonte Mikl-Leitner: „88 Prozent der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher sagen, dass Niederösterreich ein Kulturland ist. Acht von zehn sagen, dass ihnen die Kultur ein wichtiges Anliegen ist.“

Die heute präsentierte Studie sei nun in Auftrag gegeben worden, „nicht um Kunst und Kultur auf wirtschaftliche Daten zu reduzieren, sondern darum, um zu erarbeiten, was Kunst und Kultur für die wirtschaftliche Entwicklung leisten“, betonte die Landeshauptfrau.

Allein im Jahr 2015 habe das Land Niederösterreich 127 Millionen Euro an Förderungen vergeben, etwa in die Bereiche Museen und Ausstellungen, Veranstaltungen und Musikschulen. Mit Hilfe der Fördernehmer haben sich diese Fördermittel verzweieinhalbfacht, so Mikl-Leitner. „Das heißt, mit einem Euro an Fördergeld wurden 2,5 Euro gehoben.“

Kunst und Kultur lösen Wertschöpfung von 1,1 Milliarden Euro aus

Gesamt bringen Kunst und Kultur in Niederösterreich eine Wertschöpfung von 1,1 Milliarden Euro, informierte die Landeshauptfrau über ein weiteres Ergebnis der Studie. Allein im Tourismus werde durch Kunst und Kultur eine Wertschöpfung von 208 Millionen Euro ausgelöst. Auch für die Beschäftigung hätten Kunst und Kultur „äußerst positive Auswirkungen“, betonte sie: „Die Kunst- und Kulturinitiativen haben 25.000 Arbeitsplätze in allen Regionen Niederösterreichs geschaffen.“

Kunst und Kultur setzt regionale Impulse

Weitere Ergebnisse der Studie zeigten, dass Kunst und Kultur auch sehr wichtige regionale Impulse auslösten. „Kunst und Kultur haben äußerst positive Auswirkungen auf die Entwicklung unserer Gemeinden“, so die Landeshauptfrau, die auf touristische Effekte und auf die Steigerung der Standortqualität verwies.

„In den letzten 25 Jahren ist es gelungen, Niederösterreich zu einem anerkannten Kulturland zu machen“, resümierte Mikl-Leitner: „Kunst und Kultur sind zu einer Marke für Niederösterreich geworden. Mit dieser Studie haben wir es schwarz auf weiß, dass sich Investitionen in Kunst und Kultur lohnen.“

9 von 10 Euro bleiben in Niederösterreich

Weitere Detailergebnisse der Studie präsentierte im Zuge der Pressekonferenz Dr. Christian Helmenstein. Auch er bezog sich auf den der Kunst und Kultur zuordenbaren Gesamteffekt an Bruttowertschöpfung in Niederösterreich in Höhe von 1,1 Milliarden Euro. In Summe seien die Effekte, die von der Kunst und Kultur in Niederösterreich ausgingen, von derselben Größenordnung wie der Bereich der Finanz- und Versicherungsdienstleistungen. „Das Wertschöpfungsnetzwerk der Kunst und Kultur in Niederösterreich erwirtschaftet unmittelbar sowie mittelbar über Zulieferstrukturen und Einkommensverwendung 2,4 Prozent des niederösterreichischen Bruttoregionalprodukts. Neun von zehn Euro verbleiben dabei in Niederösterreich“, so Helmenstein. In Bezug auf die rund 25.000 von Kunst und Kultur geschaffenen Arbeitsplätze meinte er, dass damit insgesamt jeder 30. Arbeitsplatz in Niederösterreich unmittelbar oder mittelbar von Kunst und Kultur abhänge.

Neben den volkswirtschaftlichen Effekten wurden in der Studie auch lokale ökonomische Effekte von Kunst und Kultur untersucht. Dabei wurden messbare Effekte des kulturellen Angebots auf den Tourismus, die Standortattraktivität und die Wirtschaftskraft ersichtlich. Betrachtet wurden dabei Kulturgemeinden (Gemeinden, deren Kulturstätten pro Jahr von durchschnittlich mehr als 50.000 zahlenden Besuchern frequentiert werden) wie Melk, Grafenegg, Engelhartstetten (Schloss Hof) oder Baden sowie die Gemeinden mit Ausstellungszentren wie Carnuntum, Asparn/Zaya und Mistelbach mit dem Museumszentrum MAMUZ, Krems mit der Kunstmeile oder St. Pölten mit dem Museum Niederösterreich.

Starkes Wachstum bei Beschäftigung und Nächtigungen

Gemeinden mit Ausstellungszentren wiesen in den letzten Jahren ein dreimal so hohes Wachstum der Nächtigungszahlen im Vergleich zu einer durchschnittlichen niederösterreichischen Gemeinde auf. In den Gemeinden mit Ausstellungszentren stieg die Anzahl der Übernachtungen von 242.600 (2006) auf 349.000 Nächtigungen (2015) bzw. um 44 Prozent. Die Anzahl der Übernachtungen in den niederösterreichischen Kulturgemeinden ist seit dem Jahr 2006 von 817.400 auf 935.700 Nächtigungen gestiegen, dies entspricht einem Zuwachs von 14 Prozent. Der positive Zusammenhang zwischen dem Kulturangebot und dem Tourismus spiegelt sich auch in der Entwicklung der Tourismusbeschäftigung wider. Im Zeitraum 2009 bis 2014 ist die Anzahl der Erwerbstätigen in der „Beherbergung und Gastronomie“ in den Kulturgemeinden um 7,7 Prozent, in Gemeinden mit Ausstellungszentren um 7,6 Prozent gestiegen. Damit war die Beschäftigtendynamik in diesen Gemeinden fast dreimal so hoch im Vergleich zum niederösterreichischen Durchschnitt (2,7 Prozent).

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